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...Fuerteventura mit anderen Augen sehen

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galeere2webDieses wunderschöne, ganz frisch angespülte Exemplar einer Portugiesischen Galeere fand ich in den letzten Tagen am Strand "El Viejo Rey" bei La Pared. Auch lange nach ihrem Absterben ist sie noch extrem giftig. Hautkontakt erzeugt besonders fiese und äußerst schmerzhafte Hautauschläge. Diese halten oft Tage lang an und sind für empfindliche Menschen sogar lebensgefährlich. Die Surfer können ein Lied davon singen und schützen sich möglichst  auch an den Füßen.  Also Hände weg und Augen auf beim Baden. Besonders nach stürmischen Tagen mit starker Strömung landen sie in größerer Zahl unfreiwillig auch an den Stränden Fuerteventuras. Die faszinierend aussehenden aber sehr giftigen „Seeblasen“ kommen ursprünglich aus dem Pazifik. In den letzten Jahren findet man sie vermehrt an der spanischen Festland-Küste, vor Madeira und den Kanaren.  Grund genug, sich die Physaliaphysalis einmal näher anzuschauen. Und jetzt noch die gute Nachricht: die Portugiesische Galeere hat nicht viele Feinde, einer der wenigen aber ist die auf Fuerteventura wieder beheimatete Tortuga Boba, oder Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta). Na dann, Guten Appetit liebe Tortuga!(Sabine 8.Juni 2015)

galeeregrosswebDazu Wikipedia: “Die äußere Erscheinungsform der Portugiesischen Galeere ähnelt zwar stark einer Qualle tatsächlich besteht sie jedoch aus einer ganzen Kolonie von voneinander abhängigen Polypen. Auf diese Tatsache weist auch ihr Name hin. Eine Vielzahl Polypen schloss sich zusammen, deren Einzeltiere sich nach und nach auf bestimmte Aufgaben wie Nahrungsaufnahme, Fortpflanzung, Abwehr oder die Ausbildung von Fangfäden spezialisierten. Dies führte schließlich dazu, dass die Polypen einzeln nicht mehr lebensfähig sind und auf den Zusammenschluss mit anderen Polypen angewiesen sind.“

Aha, keine Quallen also, dennoch sehr unangenehm, wenn man mit ihnen in Berührung kommt. Das sogenannte Nesselgift besteht aus einem Eiweißcocktail, der auf der Haut zu allergischen Reaktionen führt. Was eigentlich zum Beutefang konzipiert war und kleine Lebewesen mit Sicherheit tötet, kann auch bei empfindlichen Menschen zu einem allergischen Schock mit Todesfolge führen. Diese Fälle sind selten, dennoch sind die Quaddeln, die durch Kontakt mit dem Nesselgift entstehen, äußerst lange schmerzhaft. Das bewährteste Mittel ist das sofortige Bestreuen mit möglichst trockenem Sand, der dann mit Süßwasser (!) angefeuchtet, zu Brei vermischt und dann von den betroffenen Stellen abgerieben wird. In keinem Fall, wie bei Verletzungen durch Quallen oft empfohlen, mit Essig abwaschen. In der Nachbehandlung hilft Aloe Vera pur!!! Für die harte aber effektive Kur wird von Experten die Behandlung mit mind. 45 Grad heißem Wasser empfohlen, weil dann das Eiweiß denaturiert und dadurch unschädlich wird. In jedem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn ein Schmerz tagelang anhält und ein extremes Krankheitsgefühl auftritt. Ganz wichtig: das in den wunderschönen blauen Tentakeln enthaltene Nesselgift bleibt noch tagelang am Strand aktiv!

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