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Kristblume1webTypisch Fuerteventura: Eine Lebenskünstlerin in unwirtlicher Umgebung!
Besonders auf Fuerteventura, wo auf lange Trockenperioden kurze, ergiebige Regenfälle folgen können, lohnt es sich für Mensch und Natur, Wasserspeicher anzulegen.
In diesem Klima finden sich viele Pflanzenarten mit Wasserspeichergewebe im Stamm (Stammsukkulenz) oder in den Blättern (Blattsukkulenz).
Krautige Pflanzen, die hier überdauern wollen, können sich mit Stamm- und Blattsukkulenz behelfen. Der gespeicherte Wasservorrat ist dann so bemessen, dass ein Überleben bis zur Samenreife garantiert ist. Auf dieses Erfolgsrezept setzt die Kristall-Mittagsblume, Mesembryanthemum crystallinum L., die wegen der wie durch gefrorene Tautropfen glitzernden Blätter auch Eiskraut genannt wird.

Kristsonneweb Die in Südafrika beheimatete Pflanze findet sich heute weltweit in trocken-heißen Gebieten. Sie besiedelt auch stark Salz haltige Böden und reichert dann Salze im Gewebe an.  Daher der Beiname „Sodapflanze“. Auf den Kanarischen Inseln wurde die Mittagsblume früher sogar zur Gewinnung von Soda (Natriumcarbonat) genutzt. Bestandteile der Pflanze werden heute noch in der Naturheilmedizin eingesetzt, wobei man sich die besondere Fähigkeit der Wasserspeicherung zu Nutze macht.
Mehrere Jahre lang kann ihr Dornröschenschlaf in Gestalt eines Senfkorn großen, schwarzen Samens dauern. Erst starke Regenfälle, die hier oft im Winter auftreten, wecken sie wieder auf. Schon Mitte Februar kann die Kristall-Mittagsblume dann ganze Hänge in leuchtenden  Farben überziehen.
Der bunte Abhang nahe der Küste zieht die Blicke auf sich. Der Sandboden ist vollständig mit Pflanzen bedeckt. Die Farbskala des Teppichs aus Blättern reicht von sattem, dunklem Grün über hellgrün, orangerot bis zu tiefdunklem Rot. Trotz der verschiedenen Farben handelt es sich um die dick fleischigen Blätter einer einzigen Pflanze: der Kristall-Mittagsblume. Sie ist über und über mit Kristallkügelchen bedeckt, die im Gegenlicht wie Tautropfen glitzern.
KristschnittwebSchaut man genauer hin, sind die Blattstiele, Blätter und Knospen mit länglichen bis kugeligen, glasklaren, prall flüssigkeitsgefüllten Blattzellen bedeckt, die das Sonnenlicht reflektieren - eine Einrichtung, mit der die Pflanze einen Teil des Sonnenlichts reflektiert und sich dadurch vor zu starker UV-Strahlung und Erwärmung schützt.
Ebenfalls dem Lichtschutz, jedoch mit der Wirkung eines Farbfilters vergleichbar, dient die Färbung der grünen Teile der Blätter mit einem mehr oder weniger konzentrierten Schuss von Betacyan, verwandt mit Anthocyan oder Blumenblau, das unter anderem als Farbstoff des Rotweins bekannt ist. Auf diese Weise führt die Pflanze eine feinere Abstimmung mit den Lichtbedingungen an ihrem Standort durch.
Kristmakro2webDie Kombination aus Kristall artigen Blattzellen und Rotfärbung schafft im Inneren der Blätter ein Kleinklima, unter dem die lebenden Zellen der Pflanze die harten Bedingungen des trocken-heißen Passatklimas aushalten können. Außerdem halten fast alle Blattsukkulenten die Spaltöffnungen tagsüber geschlossen, ohne deshalb auf Photosynthese verzichten zu müssen. So können die Blätter trotz des bald versiegenden Wasservorrats im Boden über Monate hinweg saftig grün bleiben, obwohl die Pfahlwurzel der Pflanze bereits vertrocknet ist. Nur im Zusammenspiel aller erwähnten Faktoren kommt es bei der Kristall-Mittagsblume zur Blüte, zum Anlocken von Insekten, zur Bestäubung, Befruchtung und schließlich zur Samenbildung.
Ist die Samenreifung erfolgt, schließt sich der Lebenskreis der Pflanze. Die nahrhaften Samen stellen in der kargen Umgebung ein willkommenes Nahrungsangebot dar. Samen fressende Vögel, wie zum Beispiel der Wüstengimpel, verteilen viele Samen in der weiteren Umgebung. Dazu kommt der starke Wind auf Fuerteventura , der auch größere Samen mit Leichtigkeit weithin verwehen kann.
Fotos und Text : Martin Lechner

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