EL FOCO online magazin

...Fuerteventura mit anderen Augen sehen

  • aloeslide.jpg
  • baracudaslide.jpg
  • goldsternslide.jpg
  • kolibrislide.jpg
  • rosmarinslide.jpg
  • sisalajaresslide.jpg
  • sisalslide.jpg
  • slide granada.jpg
  • slide granada 2.jpg
  • slide oliven.jpg
  • tabaibadulceslide.jpg
  • tortuga1slide.jpg
  • tortuga3slide.jpg
  • tortuga4slide.jpg
  • wolfsmilchslide.jpg
  • Zackenbarschslide.jpg
  • ziegecofeteslide.jpg

Aktuell sind 164 Gäste und keine Mitglieder online

0
0
0
s2sdefault
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

pitera webDie Pitera oder Henequén ist eigentlich heimisch in Mittelamerika, genauer gesagt in Mexiko. Diese Pflanze kam Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts nach Fuerteventura, um dort als Textilpflanze zur Gewinnung von groben Fasern verwendet zu werden.

Diese Agave liefert reichlich Zellulosefasern, die nach der Behandlung in einem Wasserbad zu sehr feinen Fäden gestreckt und später maschinell zu Kunstfasern oder Rayonfäden umgewandelt werden können. Zwischen den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde im mittleren und nördlichen Teil Fuerteventuras die Henequén zur Herstellung von Textilfasern als Ersatz für Esparto (einer Grasart) angebaut, um daraus Schiffstaue, Säcke, Seile oder Taue für Wasserräder und sehr harte Textilien herzustellen. Aber irgendwann wurden diese Fasern auf dem Weltmarkt durch künstliche Fasern ersetzt und die Sisal-Faser aus Fuerteventura hatte ausgedient.

In den 1950er Jahren erwarb der "Hartfaserdienst" (el Servicio de Fibras Duras) des Landwirtschaftsministeriums einige Parzellen in Fuerteventura, Lanzarote und der Islote de Lobos, um Versuche zum Nachweis des wirtschaftlichen Ertrags dieser Kulturpflanze durchzuführen. Ihre Absicht war es, Fischfanggeräte und -netze herzustellen und den Import dieser Produkte aus dem Ausland so weit wie möglich zu reduzieren. Die verwendeten Arten waren die Agave sisalana, die Agave fourcroydes und die Agave americana. Die Experimente zogen sich über 15 Jahre hin und waren wirtschaftlich nicht sehr erfolgreich.

henequen2 webWegen des Mangels an Bäumen auf der Insel wurden die Stämme der Agavenblüten auch zur Herstellung von kleineren Dächern der Gebäude genutzt. Auch Ziegenkorrals, Zisternen, Schuppen, Fenster und landwirtschaftliche Geräte. Wurden aus diesen harten Stämmen gefertigt. Auch im kleinen Rahmen taten Agavenstämme ihren Dienst. Den Sisal verwenden die alten Majoreros damals wie heute gelegentlich zum Füttern von Ziegen verwendet, indem die Blattspitzen entfernt und die Blätter in kleine, mehrere Zentimeter große Stücke gebrochen werden. Die Ziegen sind mit ihrem Wiederkäuermagen durchaus in der Lage Zellulosefasern zu verarbeiten.

Pitera werden hierzulande unterschiedslos die verschiedenen Agavenarten genannt, die wir auf den Kanarischen Inseln finden, nämlich die Agave sisalana, die Agave fourcroydes und die Agave americana. Im Allgemeinen bevorzugt die Pflanze sehr gut entwässerte und sonnige Böden, gern auch in Küstennähe. Sie entwickelt einen Körper, der einen Durchmesser von bis zu 1,7 Metern erreichen kann. Seine Blätter sind zwischen 8 und 13 cm breit und in dichten Rosetten angeordnet. Diese lanzettlichen Blätter sind graugrün und enden in einer Spitze wie eine Speerspitze. Die Blütenstände können zwischen 5 und 7 m hoch sein mit grünlich-gelben Blüten. Nur einmal im Leben entwickelt diese Agavenart einen derart markanten Blütenstand. Er entwickelt sich zwischen den Monaten Juli und September, und zwar im Alter von etwa zehn Jahren. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab. Seine Frucht ist eine längliche Kapsel, die eine große Anzahl flacher, schwarzer Samen produziert. Die Pitera vermehrt sich ungeschlechtlich, aus den Rhizomen, aus denen reichlich Rosetten unterhalb des alten Körpers sprießen. Sie kann sich auch aus den Samen ihrer Früchte vermehren.

Der Henequén oder die Pitera ist, wie andere Arten der Gattung Agave, eine der am tiefsten verwurzelten invasiven Arten in der Majorerolandschaft. Diese Pflanze passte sich leicht an die Böden Fuerteventuras an, vor allem wegen ihres geringen Wasserbedarfs. Sie haben auch ein hohes Ausdehnungsvermögen, da ihre Lebensgemeinschaften so dicht sind, dass sie einheimische Arten aus den Küstensanden verdrängen, was auf die Konkurrenz um Platz und die Veränderung der Umwelt zurückzuführen ist. Aus diesem Grund wurde diese Art in die spanische Liste und den Katalog der invasiven exotischen Arten (Königlicher Erlass 1628/2011) sowie in die Liste der exotischen und invasiven Pflanzen der Kanarischen Inseln aufgenommen.

Heutzutage finden wir in der Gemeinde La Oliva, um Agua de Bueyes und Pájara viele verlassene Felder dieser Kulturpflanze.

Service

tablademareas banner 300x60

 bild ef titel kleiner Kopie

Copyright El Foco � 2016 | Powered by bolazul s.l.

TOP