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tolleknolleweb1Um eine kulinarisches Besonderheit mit echten Fuerte-Zutaten zaubern zu können, muss man nicht nur ein Rezept kennen. Und um endlich alle Fragen zum Thema "wie wachsen auf dieser Insel eigentlich Kartoffeln, wer macht sich die ganze Arbeit und wo kann man sie denn kaufen?" beantworten zu können, haben wir uns wieder einmal unter Land und Leute gemischt. Paco aus Toto (bei Pájara) ist der folgende Bericht gewidmet mit meinem vollen Respekt vor dem harten Leben und Arbeiten der "campesinos majoreros". Nächste Ernte Ende November verschiebt sich etwas wegen der starken Regenfälle. (Sabine Nov.14)

Das Geheimnis der Fuertekartoffel

Kopfschüttelnd stehe ich immer wieder vor überquellenden Gemüseregalen in den hiesigen Supermärkten und werde nicht müde, die Mitarbeiter nach der Herkunft des Gemüses zu befragen. Immer wieder höre ich: „Das kommt alles aus Las Palmasoder vom Festland.“ Oft muss ich mich bis zum Marktleiter durch kämpfen. „Es gibt nichts aus Fuerteventura“ , lass ich nicht mehr gelten. Irgendwo gibt es auf der Insel gute Böden und fleißige Bauern, die ein herrliches, gesundes Gemüse hervorbringen. Die vielen Landmärkte der Insel zeigen das schon längst. Und dann war es soweit. Wie viele Begegnungen  hier auf Fuerteventura, war auch das Zusammentreffen mit Paco (Francisco Díaz Armas) aus Toto kein reiner Zufall, sondern eher eine Art Vorsehung. Denn genau diese Toto-Kartoffel habe ich immer gesucht. Und die Zeit war reif für einen Artikel über Paco und seine Arbeit, damit auch unsere Leser endlich in den Genuss des typischen Fuerte-Erdapfels kommen können. (Bezugsquelle am Ende des Artikels!) Paco bezeichne ich seit kurzem als den Kartoffelbtolleknolleweb2auern schlechthin. Nicht nur die großen blonden, leicht violett gesprenkelten Kartoffeln sind Rekord verdächtig. Auch Tomaten, Zitronen, Feigen, Zucchini, der Wein und das frei laufende, kleine Schaf, welches in der Tomatenplantage das Unkraut im Zaume hält, sind bei ihm in guten Händen.Wir treffen uns an der kleinen Kirche von Toto und rumpeln einige  Barrancos rauf und wieder runter, um das weit verteilte Arbeitsgebiet zu besichtigen. Der in Toto geborene Sohn einer Bauernfamilie seit Generationen bewirtschaftet 41.000 m² Ackerland nahezu allein. Lediglich bei der Ernte hat er Hilfe aus der Familie. Auf den traditionellen Ackerflächen der fruchtbaren Böden um Pajara und Toto wurden früher Weizen und Getreide angebaut. Ungenügende Bewässerung zu damaliger Zeit und lange Trockenperioden machten eine sinnvolle Landwirtschaft unmöglich.So kann auch Paco seine Ackerflächen nur mit einer ausgefeilten Technik ausreichend bewässern. Auf Regen wartet man auf Fuerteventura oft jahrelantolleknolle3g vergebens. Und um unabhängig von der Qualität und Verfügbarkeit des Wassers aus dem öffentlichen Netz zu sein, nutzt er seinen eigenen Brunnen. Hiervon gibt es gerade an den Berghängen Fuerteventuras so einige. Wegen des zu hohen Salzgehaltes dieses Grundwassers (Salzgehalt 5 mg/l) entsalzt Paco es in einer eigenen „Desaladora“ , speichert das bereitete Wasser (mit nur noch  0,8 mg/l) in unterirdischen Depots und pumpt es alle 3 Tage für je 1 Stunde über kleine schwarze Schläuche und spezielle Tropfkörper zu den Pflanzen.

Ein Stoffzaun rundum die Kartoffelfelder schützt die Pflanzen vor dem Wind und dem feinen Sand, der für die zarten Blätter wie Schleifpapier wirkt.Eine Kartoffel braucht 90 Tage bis zur vollen Reife. Das ermöglicht 3 Ernten im Jahr, wobei die beste Ernte immer die im April ist, weil es noch nicht zu heiß ist und die Luftfeuchtigkeit des Winters den Boden gut aufgeweicht hat. Die Reifeprüfung erfolgt persönlich und mit Gefühl: hält die Außenhaut dem Reiben mit dem Daumen stand, ist die Kartoffel ernte fähig. Aus 8.000 m² Kartoffelfeld erwirtschaftet Paco 30.000 kg Kartoffeln. Zur Ernte braucht er dann 2 volle Tage mneueinhalbwochenit 5-7 Leuten.Maschineneinsatz ist auch hier gefragt. Ein schmaler Traktor mit einer angebauten Egge wühlt die Erde so tief auf, dass die Kartoffeln von Hand heraus gesammelt werden können. So ganz nebenbei bewirtschaftet der Vollblutbauer noch einige Plantagen mit Tomaten und Zucchini. Zitronen, Feigen, Orangen und der obligatorische Wein (leider nur für den Privatbedarf) genießen hier ein besonders erträgliches Dasein.Es macht einfach Spaß, zu sehen, dass soviel Mühe sich lohnt. In Fuerteventuras anspruchsvollem Klima besonders. Die Superkartoffel werden Hotelgäste wohl nicht auf ihrem Teller finden, weil sie einen berechtigterweise höher preisig sind als die Importware. Wohl aber verkauft Paco seine Produkte an die Supermärkte Padilla und Inpescasa. Also fragen Sie dort gezielt nach. Für die Landmärkte fehlt ihm einfach die Zeit. Mit Sicherheit würde er Ihnen einen 25 kg Sack vorbei bringen.
Mein Tipp für die Zubereitung: Rohe Kartoffelscheiben mit Schale in der Pfanne mit etwas Salz und frischem Rosmarin gar dünsten oder Reibekuchen/Kartoffelpuffer mit Apfelmus.
Wer gut Majorero-Spanisch versteht, kann Paco anrufen Tel. 629 47 36 39 oder sich einfach bei der mir melden Sabine 609 36 27 16.

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