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vulcanwanderung1Vulkaneroberung – Die Caldera de Gairía
Es kribbelt in meinen Füßen, seit ich ihn zum ersten Mal gesehen habe. Den Berg bei Tiscamanita, der aussieht wie ein angebissener Napfkuchen und mit seinen 463 Metern weit zu sehen ist. Die nicht besonders aufregende Landschaft im Dreieck zwischen Tiscamanita, Antigua und Pozo Negro hat es in sich: die Calderas (Vulkankrater) mit den schönen Namen Gairía, La Laguna, Liria, Los Arrabales und Jacomar haben der Erdoberfläche vor ca. 26- 50 tausend Jahren kräftig eingeheizt und das grandiose „Malpaís Chico“ und das „Malpaís Grande“ ausgespuckt.

Für mein Vorhaben kann ich Wolfgang Miebs gewinnen, selbstständiger Wanderführer aus Tarajalejo. Mein mächtiger Favorit in Tiscamanita entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein Bilderbuchvulkan mit einer teils eingebrochenen Flanke, die, typisch für diese Vulkanart,  nach einer gewaltigen explosiven Eruption weggesprengt wurde.
In der Bar von Tio (Pepe) essen wir einen genialen „Bocadillo pata asada“. Im unvermeidlichen Fernseher läuft Formel 1. Wir fragen Dorfbewohner nach dem Innenleben der Caldera. Sie sind noch nie drin gewesen - wahrscheinlich zu anstrengend und auch nicht so aufregend wie Autorennen.
Das sehen Wolfgang und ich völlig anders und machen uns auf einen Anstieg, der es in sich hat. Wanderwege fehlen. Einer Bierflasche, diversen Kippen und einer alten Fototasche begegnen wir dennoch. Viele große Löcher am unteren Teil des Berges deuten auf regen Picon-Abbau der umliegenden Landwirte.
Wir naschen unterwegs die Beeren von Bocksdornbüschen und zerkratzen unsere Beine am Dornlattich. Zusammen mit dem Blaugrünen Tabak und einigen Flechten ist das eine erstaunlich üppige Vegetation für diese unwirtlichen Bedingungen.  
Oben angekommen halten wir unsere Nase in den Krater: es riecht nicht nach Schwefel, sondern nach Aas. Die steil nach innen abfallende Kraterwand hat wohl einer Ziege das Leben gekostet. Kreischende Raubvögel warten darauf, dass wir endlich wieder verschwinden. Wir genießen noch etwas den genialen Blick aus 463 m Höhe über Tarajalejo im Süden bis nach La Ampuyenta im Norden und steigen vorsichtig in den Krater ein.
Die aufgeschichteten Steine im Inneren nehmen Gestalt an und lassen Behausungen für Menschen und Tiere erahnen. Tonscherbenfunde in den Museen belegen offiziell menschliches Wirken. Wolfgang ist sich sicher: hier in diesem Krater wurde gelebt oder zumindest gewirtschaftet.  
Inmitten des Kratergrundes befindet sich eine ca. 30 m hohe, kegelförmige Erhebung: Eine erkaltete Magmablase. Die Wände geben ein Echo, hier weht kein Wind und irgendwie ist es gemütlich. Wir krabbeln an der eingefallenen Flanke wieder heraus und stellen uns vor, wie sich die flüssige Lava ins Land ergossen hat. Klar erkennbar sind die Abgrenzungen dieses  Lavafeldes zu dem der Nachbarvulkane.  
Vulkanwanderungen niemals allein unternehmen! Die Wege sind derart rutschig und gefährlich und nur mit einem guten Wanderführer ein Genuss. Allein schon wegen der tollen Geschichten. Fuerteventura hat sie.

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