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netzteppich2web-1Umweltkünstlerin Angelika Heckhausen webt einen Teppich aus Netz-Fundstücken vom Strand. Sie möchte damit auf ein lokales und gleichzeitig globales Problem mit den sogenannten Geisternetzen aufmerksam machen. Das Projekt wächst und gedeiht und wird nach seiner Fertigstellung feierlich präsentiert werden.Als regelmäßige „Beachcleaner“ können wir und viele andere Freunde natürlich immer was dazu beisteuern. Wir halten Euch auf dem Laufenden. Den Fortschritt der Arbeiten könnt Ihr auf Facebook „Angelika Heckhausen“ begleiten. Nun ein paar Infos zum Thema Geisternetze.

netzteppich1webAls Strandbesucher an der Westküste Fuerteventuras kennst das Phänomen:        Kunterbunte Seile, Angelleinen und kleine blaue Ködernetze säumen die Strände. Nimmst du die Fundstücke mit nach Hause, hast du schon ein gutes Werk getan, denn viele Meeresbewohner, so auch Schildkröten, verfangen sich darin und verenden sinnlos. Taucher, Strandläufer und Inselgäste berichten regelmäßig von selbst erlebten Befreiungsaktionen. Achtung! Liest du hierzu bitte unter Ökosystem den Artikel „Erste Hilfe für Tortugas“.

Herrenlos im Meer treibende Netze und Leinen sind aber ein weltweites Problem: Laut einem Bericht der Berliner Tageszeitung TAZ weiß niemand,“ wie viele davon eigentlich in den Meeren herum schwimmen. Laut einer Schätzung der UN-Landwirtschaftsorganisation FOA besteht fast ein Zehntel des gesamten Mülls in den Weltmeeren aus herrenlosen Netzen: rund 700.000 Tonnen. Allein für die Ostsee wird der „Fang“ der Geisternetze auf jährlich mehrere hundert Tonnen Kabeljau geschätzt.“ Geisternetze fischen allein weiter. Herrenlos treiben abgerissene oder absichtlich gekappte Angelleinen, Ködernetze, Fangleinen, Großnetze und Festmacherleinen durch die Meere. Fische verfangen sich darin und verenden elend, weil keiner die Netze je wieder einholt. Das Plastikmaterial der Netze ist zäh und verwittert langsam, vor allem wenn es keinem starken Sonnenlicht ausgesetzt ist. Selbst kleine Angelleinen und -haken sammeln sich zu großen Knäueln und werden zu tödlichen Fallen für alle Meeresbewohner, vor allem für Schildkröten. Das ganze Problem löst sich nicht von selbst, weil die durch ihren Fang schwer gewordenen Netze zu Boden sinken, nach dem Tod und Verwesen der Lebewesen aber wieder leichter werden und wieder an die Oberfläche gelangen. Der Prozess beginnt von vorn. Inzwischen ist das Problem allgemein bekannt, Tier- und Umweltschutzorganisationen wie WWF Greenpeace, Oceana oder Blue Sea mahnen seit Jahren. Zahlen machen deutlich, dass es sich nicht um Peanuts handelt. Die TAZ berichtete im vergangenen Jahr dazu: „Tausende Kilometer sollen es allein in der Ostsee sein. Netze, die Fischkutter verloren, die gekappt wurden, an Hindernissen unter Wässer hängen geblieben sind oder sich im Sturm selbstständig gemacht haben. Und jedes Jahr kommen allein in diesem Meer schätzungsweise weitere 500 Kilometer neue Netze hinzu.“ Die Stiftung BALTIC SEA 2020 hat zusammen mit dem WWF Polen im Jahre 2012 6 Tonnen (!) Geisternetze in der Baltic Sea in nur 24 Tagen (!) gefischt. In den letzten 4 Jahren wurden im schwedischen Teil der Ostsee von Fischern 66 Kilometer Geisternetze an Land gebracht. Das Landwirtschaftsministerium hatte nämlich Prämien ausgesetzt. Nur, es kommen immer neue hinzu! Die EU ist mit dem Problem seit Jahren beschäftigt und berichtete vor drei Jahren, dass sich die Anzahl außer Kontrolle geratenen Netze sich von 2005 bis 2008 nahezu verdoppelt hatte. EU-Gesetze regeln zwar eine „Verpflichtung der Fischereigesellschaften den Verlust von Netzen zu vermeiden und Vorrichtungen an Bord zu haben, um diese wieder einfangen zu können“, aber Umweltschützer fordern weitergehende Maßnahmen, z.B. die namentliche Kennzeichnung von Netzen, um später die Besitzer ermitteln und mit empfindlichen Strafen belegen zu können. Auch monetäre Anreize, gefundene Netze an Land zu bringen und fachgerecht zu entsorgen, sind nur ein teil der notwendigen Maßnahmen. Für die Zukunft muss gelten: nur noch biologisch abbaubare Materialien für die Netzherstellung zu verwenden, die die Geisterfischer im Meer innerhalb kürzester Zeit unschädlich machen.

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