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rotesmeerfuerteH o l l y w o o d e r o b e r t F u e r t e v e n t u r a und sorgt für Arbeitsplätze, vielleicht auch in Zukunft. von Charly Lang - Soeben endeten die zwei monatigen Dreharbeiten zur Mega- Filmproduktion THE BOOK OF EXODUS. Der britische Star-Regisseur Ridley Scott flog im vergangenen Sommer mit seinem Helikopter über die kanarische Wüsteninsel. Seitdem hat sich Fuerteventura etwas verändert. Dieses Mal aber zur Freude der Bewohner.

Geplant war mit Exodus die Verfilmung der Flucht Moses aus Ägypten. Nur lag diesmal das Rote Meer und der Sinai Gebirgszug irgendwo zwischen den Ferienresorts und Appartement-Anlagen auf Fuerteventura. Gedreht wurde seit Ende Oktober fast pausenlos an den türkisfarbenen und unendlich langen weißen Sandstränden, in den zerklüfteten Barranco-Schluchten und zwischen steinigen Felsen-Riffs.

Über 300 Statisten mussten sich seit dem Casting im August Bärte und lange Haare wachsen lassen. Wer bei den Castings gepierced, blond oder tätowiert erschien, konnte gleich wieder kehrt machen. Trotzdem meldeten sich 7000 Leute: Surfer, Residenten, Einheimische, Arbeitslose und Langzeiturlauber rund um den Globus im Alter von zwei und 64 Jahren . Auf Fuerte sind schließlich über 100 Nationen registriert.

300 zogen endlich das große Los und waren bis Mitte Januar standby oder im Einsatz. Bei einem Call, so heißt es beim Film wenn es dann endlich losgeht, wurden sie eingekleidet, geschminkt und ausgerüstet. Das betraf natürlich auch die 120 Dromedare und die 100 deutschen Pferde. Übrigens gab es für alle Dromedare am Dreikoenigsfest, dem Spanischen Weihnachtstag, von 'Ridley Scott großzügig einen freien Tag. Da warteten nämlich Kaspar, Balthasar und Melchior auf ihre reitbaren Untersätze. Nur die handvoll Elefanten mussten nicht anreisen. Die blieben in Andalusien, wo schon im Oktober ein Teil des Films produziert wurde.

Hier auf Fuerteventura wurden die staubigen Action und wilden Verfolgungsjagden sowie das Dorfleben der Moses-Clique gedreht. Pharao Ramses, gespielt von Joel Edgerton (The Great Gatsby, Krieg der Sterne, König Artur), trieb die armen Flüchtlinge um Moses, gespielt von Christian Bale (Batman), mit seiner ägyptischen Streitwagen-Kavallerie in die gefährliche Brandung von Cotillo, Cofete und Jandia, dort wo sonst die Windsurf Cracks ihre Loopings springen. An Dreh freien Tagen ging der australische Superstar Edgerton dann selbst auf der kleinen Insel Lobos surfen... Mit dabei im Blockbuster Film waren ausserdem die Stars Sigourney Weaver (Alien)als Ramses Mutter, John Turturro, Aaron Paul (Breaking Bad) und Mark Lewis. Zwei Jets und riesige Schiffsfähren brachten die 4oo köpfige Filmcrew plus 240 Fahrzeuge inkl. Filmutensilien. Ein 5 km langer Konvoi bewegte sich danach zum ersten Drehset Richtung Süden.

Die Film-Sets mit teilweise bis zu 600 Personen, glichen die ganzen Wochen, wo immer sie installiert wurden sowieso mehr einem Grand Prix der Formel-Eins-Piloten als einem Historienfilm. Mütter betreuten ihren Filmnachwuchs. Inklusive Pädagogen, die den Schulstoff mit den Jungstars paukten. Catering-Köche servierten Sushi, Dutzende von Taucher-Crews sicherten und minderten die Gefahren im Meer. Scharfkantige Felsen waren durch aufgeschäumte künstliche und federleichte Felsen ersetzt worden. Oft fand man vor lauter Zelte, Kräne, Hebebühnen, Bagger und Gerüstbauten die Toiletten nicht. Der Grundton am Set war sowieso Braun und Ocker, ein Festival der Vollbärte, ab und zu mal schwarze Esel und immer wieder schwarz weiß gefleckte Ziegen und Felle. Dünensand und immer wieder Steine, Felsen und Unkraut-Gebüsch – Wüstenlandschaft , die nur auf Fuerteventura noch üppig vorhanden ist. Deswegen musste die Produktion auch ordentlich in die Taschen greifen um alle Genehmigungen für die Naturparks zu bekommen.

Als Anfang Dezember ein orkanartiger Sturm über die Insel fegte, war dies für Regisseur Ridley Scott ( Blade Runner, Gladiator, Thelma und Louise, American Gangster ) wie ein Geschenk des Himmels. Man brauchte erst gar nicht die vielen Windmaschinen und Generatoren anwerfen. Auch die Lichtspezialisten hatten Pause, denn der Scirocco Sturm sorgte alleine für eine mysthische Stimmung. Und gratis dazu.

So ist halt Fuerteventura zu seinen Gästen. Jahrelang profitierten davon Sonnen hungrige Touristen und Windsurfer. Jetzt dreht sich langsam das Blatt. Extrem- und Profiradsportler, Wanderer und Biker, bestimmen das Bild - und Kamera-Teams aus Hollywood. Die Insel war ja schon immer Ziel für Werbefilmer und Fotografen, Große Spielfilm-Produktionen sah man in den vergangenen Jahren eher selten.

Das dürfte sich jetzt in der nächsten Zeit gewaltig ändern. Vorausgesetzt jedoch die Insulaner spielen als Gastgeber mit und erkennen diese Chance richtig. Sir Ben Kingsley ist nach seiner Rolle im DIKTATOR bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit auf der Kanareninsel. Im Bibelepos spielt er wiedermal eine großartige Charakterrolle, wie soeben im sehr erfolgreichen Film Der Medikus, wo er den Arzt aller Ärzte Ibn Sina verkörpert.

neuewegewebRidley Scott kooperierte sensibel mit dem engagierten Insel Präsidenten Mario Cabrera und ließ einige Strandabschnitte von diversem Plastikmüll säubern. Noch nie waren Fuerteventuras Geheimbuchten und Strände der Massen aufpoliert und aufgeräumt. Dutzende von Container LKWs transportierten 150 Tonnen Müll vor Drehbeginn Algen und angespültes Strandgut auf die Kippe. Mit solcher präzisen Vorbereitung und Logistik hatten weder Touristik-Manager noch Filmexperten gerechnet. Mit dem überraschenden Geldsegen waren auch sämtliche Politiker erstaunt. Das Mammut-Projekt spülte einige Millionen Euros in die leeren Gemeindekassen und schuf – viel wichtiger - jede Menge Arbeitsplätze für 3 Monate. Aber das Beste kommt noch: Am Jahresende zu Weihnachten wird der Megafilm nochmals für einigen Wirbel sorgen, wenn weltweit auf den Premiere vor allem in Europas Großstädten kostenlose Werbung für die Insel Fuerteventura gemacht wird.

Schon jetzt wird auf den Tourismus-Messen in Madrid, London und Berlin darauf hingewiesen, dass die Kanareninsel nicht nur Ziel Sonnen hungriger Urlauber und Extremsportler ist, sondern ab sofort auch Open Air Studio für Hollywoods Regie-Asse. 365 Tage ideales Drehwetter inklusive Sandstürme und Starkwind, sowie im Winter Big Waves wie in Hawaii kommen gratis hinzu. Man wird sich wundern was die geübten Augen mancher Location-Scouts hier noch so entdecken werden.

Vielleicht erkennen jetzt auch einige Hotelmanager langsam, das All-Inclusive nicht alles sein kann und automatisch in eine Sackgasse führt. Bleibt zu hoffen, dass auch der Konsument langsam die Schnauze voll hat von soviel Bevormundung der Ferien und Tourismusplaner – und reagiert. Die Devise sollte heißen – zurück zu einem natürlichen Erholungsgebiet mit limitierter Freiheit,und nicht mit grenzenloser, vor allem ohne jeden neuen Vergnügungs-Wahnsinn und stinkenden Safari-Autos, sowie Musik und Lärm an allen Ecken der Insel. Auch im Gran Canyon hat dieser radikale Eingriff zum Erfolg geführt......

copyright text + foto by Carl Lang Art Producer und Journalist

Fuerteventura 15. Januar 2014

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